Bambusfassade: Kindergarten Mowgli baut biobasiert
© Marcel van der Burg

Bambusfassade beim Kindergarten Mowgli im Süden der Niederlande

Mit einer Bambusfassade und Terrassendielen aus Bambus hat der Kindergarten Mowgli in Vught seinen Neubau biobasiert umgesetzt. Die Leitung des Kindergartens verfolgte zwei Ziele: eine gesunde Spielumgebung und einen verantwortungsvollen Umgang mit Primärrohstoffen. Das Konzept stammt von Natrufied Architecture.

Der Kindergarten Mowgli liegt mitten in einem Waldgebiet. Kinder sollen hier von klein auf die Natur spielerisch erkunden und lernen, bewusst mit der Umwelt umzugehen. Diesen Gedanken sollte auch das Gebäude aufgreifen.

Das Konzept entwickelte Natrufied Architecture. Das Büro ist für Entwürfe bekannt, die sich an der Natur orientieren und Natur und Bau verbinden. Vorbild war der besondere Charme von Baumhäusern, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Die natürlichen Konturen des Baukörpers wecken Abenteuerlust. Die einzelnen Geschosse laden zum Erkunden und Bewegen ein. Gleichzeitig fügt sich der Bau nahtlos in den Wald ein.

Biobasierte Bauweise: Bambus statt Hartholz

Dazu tragen auch die natürlichen Baumaterialien bei. Für die Fassadenverkleidung und den Terrassenbelag empfahlen die Architekten Bambus von MOSO Bamboo. Nach ihren Angaben hat sich das Material in anderen Projekten über Jahre bewährt. Es gilt als ökologische und langlebige Alternative zu Hartholz, das immer knapper wird. So ließ sich der klar formulierte Wunsch des Kindergarten-Teams nach einer biobasierten Bauweise umsetzen. Der Hersteller kann zahlreiche Umweltzertifikate vorweisen, von FSC bis QNG-ready.

Bambusfassade ohne chemische Zusätze

MOSO Bamboo steht für nachhaltige Baumaterialien aus Bambus. Fassadenelemente und Terrassendielen fertigt das Unternehmen aus Moso-Bambus, der schnellstwachsenden Pflanze der Welt. Die Bambusstreifen werden bei 200 Grad Celsius thermisch behandelt und danach hochverdichtet. Dadurch sind die Produkte extrem stabil und langlebig und bekommen naturnahe Brauntöne.

Im Gegensatz zu anderen Materialien für den Außeneinsatz braucht die Bambusfassade keine chemischen Zusätze. Für die Architekten und das Kindergarten-Team war das ein weiterer wichtiger Grund für die Produktwahl, denn es ging um eine gesunde Spielumgebung.

Wartung, Dauerhaftigkeit und Brandschutz

Die Bambusfassade muss weder regelmäßig nachbehandelt noch gewartet werden. Die Terrassendielen werden nur einmal im Jahr gereinigt. Durch das Produktionsverfahren erreichen Terrassendielen und Fassadenelemente die höchste Dauerhaftigkeitsklasse. Außerdem erfüllen sie die europäischen Brandschutzklassen Bfl-s1 (Terrassendielen) und B-s1-d0 (Fassadenelemente).

Diese Eigenschaften gaben den Architekten gestalterischen Spielraum. Entstanden ist ein Gebäude über mehrere Geschosse. Im Erdgeschoss finden die Jüngsten einen sicheren, gesunden und behaglichen Rückzugsort. Weiter oben können ältere Kinder drinnen wie draußen toben, entdecken und sich wohlfühlen.

Projektdaten im Überblick

  • Bambusfassade: rund 170 m², Variante Bamboo X-treme
  • Terrassendielen: knapp 130 m², Variante Bamboo X-treme, als umlaufende Terrasse verlegt
  • Im Material gespeichertes CO2: 9.377,94 kg
  • Architektur: Natrufied Architecture
  • Standort: Vught, Niederlande

Bambus als Baustoff: hoher Ertrag, schonende Ernte

Neben dem niedrigen CO2-Fußabdruck nennt der Hersteller den außergewöhnlich hohen jährlichen Rohertrag als besonderen Vorteil. Bambus liefert pro Hektar und Jahr zwei- bis dreimal so viel Material wie schnell wachsende Hölzer. Seine Nutzung entlastet damit Wälder und fossile Ressourcen.

Anders als bei Bäumen wird die Bambuspflanze nie ganz gerodet. Stämme, die noch nicht erntereif sind, wachsen weiter. Sie produzieren Sauerstoff und binden CO2 aus der Luft. Durch die Weiterverarbeitung, die MOSO® Bamboo entwickelt hat, entsteht laut Hersteller ein Material, das widerstandsfähiger ist als Tropenholz und das Potenzial hat, ein Baustoff der Zukunft zu werden.