Gruppenfoto Heat Pump Conference Eröffnung: Die IEA Heat Pump Conference 2026 in der Hofburg Wien bringt 800 Expert:innen zusammen. Österreich punktet mit 537.000 installierten Wärmepumpen.
© Schwerpunkte bei der IEA Heat Pump Conference 2026: Industrie, Städte, Digitalisierung

IEA Heat Pump Conference 2026: Wien wird zum Zentrum der Wärmewende

Die IEA Heat Pump Conference 2026 macht Wien für vier Tage zum internationalen Zentrum für Wärmepumpentechnologien. Mit über 800 Teilnehmer:innen und 367 wissenschaftlichen Beiträgen ist die Veranstaltung in der Hofburg die größte ihres Art seit Gründung der Konferenzreihe 1984.

Bundesminister Peter Hanke betonte in seiner Eröffnungsrede der IEA Heat Pump Conference 2026 die Bedeutung der Technologie: „Rund 537.000 installierte Anlagen sparen bereits heute jährlich etwa 1,26 Millionen Tonnen CO₂ ein und schaffen gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Wärmepumpen zeigen, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind – im Gegenteil: Wer heute in grüne Technologien investiert, sichert die Arbeitsplätze und Märkte von morgen." Österreich habe sich zu einem wichtigen Innovationsstandort im Wärmesektor entwickelt.

Andreas Kugi, Scientific Director des AIT, skizzierte die Entwicklung der Technologie: „Wärmepumpen entwickeln sich rasant von einer Gebäudetechnologie zu einer zentralen Systemlösung – für Industrieprozesse, urbane Räume und integrierte Energiesysteme." Das AIT treibe diesen Wandel mit Forschung von energieeffizienten Hochtemperatur-Wärmepumpen bis zur Kopplung mit intelligenten Energie- und Wärmenetzen voran. Ziel sei es, Innovationen zu entwickeln, die wettbewerbsfähig und skalierbar sind und einen messbaren Beitrag zu Energieeffizienz und Versorgungssicherheit leisten.

Schwerpunkte der IEA Heat Pump Conference 2026: Industrie, Städte, Digitalisierung

Rund die Hälfte des weltweiten Energieverbrauchs entfällt auf Wärme und Kühlung – ein Bereich, der noch stark von fossilen Energieträgern abhängt. Entsprechend groß ist das Potenzial für klimafreundliche Lösungen. Die Konferenz setzt daher Schwerpunkte auf Hochtemperatur-Wärmepumpen für industrielle Prozesse, Lösungen für urbane Räume und Fernwärmesysteme, die Integration in Energiesysteme und Netze sowie neue Ansätze in Digitalisierung und Systemsteuerung.

Thomas Fleckl, Chair des National Organising Committee und Leiter der Abteilung für nachhaltige thermische Energiesysteme am AIT, unterstreicht: „Die Heat Pump Conference bringt die internationale Community entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – Wissenschaft, Industrie, Energieversorger und Politik. Dieser fokussierte Austausch beschleunigt den Transfer von Innovationen in den Markt. Genau das braucht es, um die Wärmewende in Industrie und Städten spürbar voranzubringen."

367 wissenschaftliche Beiträge aus aller Welt

Das wissenschaftliche Programm spiegelt die internationale Dynamik wider: 367 Einreichungen aus Forschung und Industrie, davon 261 Scientific Papers und 106 Applied Research Papers. Die Beiträge stammen aus Europa (263), Asien (53), Amerika (24) und weiteren Regionen (27). Die Bandbreite reicht von Grundlagenforschung bis zu konkreten Anwendungen in Industrie, Gebäuden und Energiesystemen.

Kunst trifft Wissenschaft

Ein besonderes Element der Konferenz ist die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Chiara de Eccher, die die Policy Forums mit Live-Zeichnungen begleitet. Ihre Arbeiten reagieren auf Diskussionen zu globalen Lieferketten, Energiemärkten und Innovationspolitik und machen zentrale Fragen der Wärmepumpen-Transformation künstlerisch sichtbar. Die entstandenen Zeichnungen werden nach der Konferenz über artloop by AIT präsentiert.

Die IEA Heat Pump Conference ist Teil des Technology Collaboration Programme on Heat Pumping Technologies der Internationalen Energieagentur (IEA) und wird vom österreichischen Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur unterstützt. Weitere Informationen: hpc2026.org