Frau ist insolvent
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Insolvenzen steigen – Bau im Brennpunkt

Die Zahl der Firmenpleiten klettert weiter nach oben. Ausgehend von einem hohen Niveau ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahresvergleich um 5,3 Prozent gestiegen, obwohl im dritten Quartal 2025 eine Verlangsamung der Insolvenzentwicklung zu sehen ist.

Die Unternehmenspleiten nehmen 2025 weiter zu, auch wenn sich die Dynamik zuletzt etwas abgeschwächt hat. Besonders die Bau- und Immobilienwirtschaft bleibt stark betroffen. Parallel dazu verharren die Privatkonkurse auf nahezu stabilem Niveau – mit steigender Verschuldung.

Unternehmensinsolvenzen: Anstieg trotz Sommerberuhigung

In den ersten drei Quartalen 2025 mussten in Österreich laut KSV1870 insgesamt 5.110 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Plus von 5,3 Prozent im Jahresvergleich. Das entspricht 19 Fällen pro Tag. Zwar zeigt sich seit dem Sommer eine gewisse Abschwächung – das dritte Quartal brachte mit rund 1.600 Pleiten den niedrigsten Wert seit Anfang 2024 –, die strukturellen Probleme sind jedoch weiterhin massiv. Hauptursachen sind das hohe Kostenniveau, eine vielerorts schwache Auftragslage sowie Personalmangel. Letzterer zwingt viele Betriebe, Projekte abzulehnen – dringend benötigte Umsätze bleiben aus.

Bau- und Immobilienwirtschaft unter Druck

Mit 784 Fällen belegt die Bauwirtschaft nach dem Handel den zweiten Platz bei den Insolvenzen. Positiv ist, dass die Branche im dritten Quartal weniger Pleiten als in den Monaten zuvor verzeichnete. Besonders dramatisch zeigt sich die Entwicklung im Grundstücks- und Wohnungswesen: 360 Insolvenzen bedeuten ein Plus von 62 Prozent. Projektentwickler geraten hier unter besonderen Druck – gestiegene Kosten, fehlende Bauprojekte und komplexe Unternehmensstrukturen führen häufig zu Kettenreaktionen von Folgeinsolvenzen. Mehr als die Hälfte aller Großinsolvenzen über 10 Mio. Euro Passiva stammen mittlerweile aus diesem Segment. Trotz steigender Fallzahlen sind die vorläufigen Passiva gegenüber dem Vorjahr um 58,3 Prozent auf rund 6,4 Mrd. Euro gefallen. Grund: weniger Großinsolvenzen über 200 Mio. Euro. Die bislang größte betrifft die SIGNA Prime Capital Invest GmbH mit 870 Mio. Euro.

Privatkonkurse stabil, aber höhere Verschuldung

Auch die privaten Haushalte geraten zunehmend unter Druck. Zwischen Jänner und September 2025 wurden 6.628 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet – ein Rückgang von nur einem Prozent. Damit liegt die Zahl weiter knapp unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Besorgniserregend ist jedoch die steigende Verschuldung: Die Passiva kletterten um 22,1 Prozent auf 929 Mio. Euro, im Schnitt sind Privatpersonen mit 140.000 Euro belastet. Einzelne besonders große Fälle – etwa in Tirol oder Wien – haben diese Entwicklung beschleunigt.

Ausblick: Unsicherheit bleibt hoch

Bis Jahresende rechnet der KSV1870 mit bis zu 7.000 Unternehmensinsolvenzen sowie rund 9.000 Privatkonkursen. Ob die leichte Entspannung im Sommer eine Trendwende einleitet oder es im Herbst neuerlich zu einem Anstieg kommt, ist offen. Klar ist: Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen bleiben aufgrund hoher Kosten, fehlender Planungssicherheit und wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin stark belastet. Für die Bau- und Immobilienwirtschaft bedeutet das, dass sich die angespannte Lage noch länger fortsetzen dürfte.