KI-Einsatz: Warum die Produktivität nicht ankommt
Der KI-Einsatz ist in den Unternehmen angekommen, in ihren Bilanzen aber noch nicht. Laut der laufenden McKinsey-Erhebung „Global Survey on the State of AI“ berichten 80 Prozent der Befragten von einer verbesserten individuellen Produktivität durch Künstliche Intelligenz. Nur 37 Prozent sagen, KI habe positiv zum Unternehmensgewinn beigetragen. Als KI-Hochleistungsunternehmen einstufen lassen sich lediglich sechs Prozent. Die Beratungsgesellschaft nennt diesen Abstand die AI performance gap – die KI-Performance-Lücke – und lässt vier ihrer Fachleute erklären, worin sie begründet ist.
Download Studie: The State of AI (McKinsey)
Mehr Eigenverantwortung beim KI-Einsatz
Lieven Van der Veken, Senior Partner und Global Leader von QuantumBlack, beobachtet eine Verschiebung bei der Frage „make or buy“. Bislang hätten viele Führungskräfte angenommen, KI übersteige die Fähigkeiten der eigenen Technologieabteilung, und schnelles Vorankommen bedeute, sich die richtige externe Partnerschaft zu sichern. „Nun ändert sich der Ton“, so Van der Veken. Führende Unternehmen entschieden bewusster, was sie selbst aufbauen und was sie zukaufen. Nahezu ein Drittel der Befragten verzichtet inzwischen auf Softwarekäufe und setzt stattdessen auf KI-Coding-Werkzeuge – ein Signal auch für die Software-Landschaft der Bauwirtschaft, in der viele Betriebe seit Jahren auf Standardlösungen für Kalkulation, Bautagebuch und Dokumentation setzen.
Ohne Prozessumbau bleibt der KI-Einsatz Stückwerk
Dan Tinkoff, ebenfalls Senior Partner und Global Leader von QuantumBlack, sieht die Hauptursache im ausgebliebenen Umbau der Abläufe: „Gibt man Beschäftigten ein KI-Werkzeug, wird eine bestehende Aufgabe schneller. Gestaltet man einen Arbeitsablauf um das herum neu, was KI möglich macht, verändert das die Wirtschaftlichkeit und die Leistung des Prozesses.“ Die Zahlen stützen ihn: 75 Prozent der Hochleistungsunternehmen haben ihre Arbeitsabläufe grundlegend neu gestaltet, gegenüber 25 Prozent der übrigen Befragten. Und sie interessieren sich 3,3-mal häufiger für eine grundlegende Transformation des Geschäftsmodells statt für punktuelle Effizienzgewinne.
KI-Einsatz kostet: Token-Preise als Managementthema
Michael Chui, Senior Fellow bei McKinsey, plädiert dafür, die Ökonomie der KI als eigene Managementdisziplin zu behandeln. Bei agentischer Softwareentwicklung und komplexen Reasoning-Aufgaben, die am stärksten von Spitzenmodellen profitieren, sei KI „nicht zu billig, um sie zu messen“. Jeder fünfte Befragte nennt die Betriebskosten von KI bereits als Hemmfaktor. Gleichzeitig wollen 60 Prozent ihre KI-Investitionen im kommenden Jahr erhöhen. Für Bau- und Immobilienunternehmen heißt das: Die Kosten pro Anwendungsfall gehören in die Kalkulation, nicht in das Innovationsbudget.
Was Spitzenperformer beim KI-Einsatz anders machen
Tara Balakrishnan, Associate Partner bei McKinsey, fasst die Auswertung der Hochleistungsgruppe knapp zusammen: „Mehr als alles andere unterscheiden sich KI-Hochleistungsunternehmen durch die Kohärenz ihres Zugangs zur Technologie.“ Prozessumbau, sichtbares Vorleben durch die Führungsebene und ein belastbares Risikomanagement greifen dort ineinander, anstatt als Einzelinitiativen zu laufen.
KI-Einsatz in Österreichs Bauwirtschaft
Für heimische Betriebe ist der Befund unmittelbar anschlussfähig: Dokumentation und Datenaustausch zwischen Baustelle und Büro laufen in vielen Unternehmen weiterhin manuell. Genau dort setzt das Projekt BAU.KI.PILOT der Zukunftsagentur Bau (ZAB) in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Future Digital an.
Dafür werden heimische Bau-KMU gesucht, die daran teilnehmen. Das Programm begleitet die teilnehmenden Unternehmen über rund sechs Monate in vier Modulen: von der Analyse der bestehenden Prozesse und Software über ein Konzept für moderne Zusammenarbeit mit Office 365, Teams und SharePoint bis zur Einschätzung, wo Automatisierung und KI-Agents im Betriebsalltag ansetzen können. Jedes Modul endet mit mindestens einem Beratungstag vor Ort im Unternehmen.
„Viele Betriebe wissen, dass in der Digitalisierung Potenzial steckt, aber nicht, wo sie ansetzen sollen", sagt Harald Kopececk, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Bau. „BAU.KI.Pilot liefert dafür eine konkrete, auf den Betrieb zugeschnittene Grundlage, herstellerneutral und entlang der realen Anwendungsfälle."
Die Digitalisierung und der Einsatz von KI bieten enormes Potenzial für das österreichische Baugewerbe. Mit dem Pilotprojekt BAU.KI.PILOT begleitet die Zukunftsagentur Bau (ZAB) Bau KMUs Schritt für Schritt auf ihrem Weg zur KI-unterstützten Arbeitsweise.
Warum mitmachen?
Maßgeschneiderte, herstellerneutrale Beratung direkt bei Ihnen vor Ort:
Von der IST-Analyse ihres Betriebs über die Softwarebewertung bis hin zu konkreten KI-Potenzialen und Automatisierung.
Keine Theorie - direkte Umsetzung in Ihren Betriebsalltag!
Attraktive Konditionen & ev. Zusatzförderung: Durch die Unterstützung der ZAB liegt die Ersparnis bei 35 %.
Zusätzliches Plus: Je nach Bundesland und Verfügbarkeit prüft die ZAB gerne, ob noch weitere individuelle Förderungen auf Landes- oder Bundesebene genutzt werden können!
Nur noch wenige Restplätze frei! Das Projekt ist exklusiv auf 9 Bau-KMUs limitiert. Es gilt: First come, first served!
Mehr Infos unter: www.zukunft-bau.at
