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Rot-Weiß-Rot-Bauen: Neuer Vergabeleitfaden soll regionale Betriebe stärken

Mit dem neuen Bundesvergabegesetz 2026 sollen öffentliche Aufträge verstärkt an regionale Unternehmen gehen. Gewerkschaft Bau-Holz und Vergaberechtsexperte Martin Schiefer präsentierten im Rahmen von Rot-Weiß-Rot-Bauen einen neuen Leitfaden für faire, rechtssichere und nachhaltige Vergaben. Im Fokus stehen Bestbieterprinzip, ESG-Kriterien, regionale Wertschöpfung und die Stärkung kleiner und mittlerer Bauunternehmen.

Mit dem neuen Bundesvergabegesetz 2026 wollen die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und Vergaberechtsexperte Martin Schiefer öffentliche Aufträge stärker in der Region halten. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, und Rechtsanwalt Martin Schiefer im Rahmen von Rot-Weiß-Rot-Bauen n einen neuen Vergabeleitfaden, der Gemeinden, Städten und öffentlichen Auftraggebern dabei helfen soll, regionale Unternehmen rechtssicher zu bevorzugen – ohne gegen EU-Recht zu verstoßen.

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Rot-Weiß-Rot-Bauen sollen Arbeitsplätze in Österreich sichern

Jährlich werden in Österreich rund 70 Milliarden Euro an öffentlichen Aufträgen vergeben – ein Großteil davon im Bauwesen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse dieses Geld gezielt eingesetzt werden, betonte Josef Muchitsch. Ziel sei es, dass Steuern, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich bleiben. Bereits in den vergangenen Jahren habe die Gewerkschaft Bau-Holz Initiativen wie „Faire Vergaben“ oder „Bau auf A“ gestartet. Mit dem neuen Vergaberecht gehe man nun den nächsten Schritt in Richtung praktischer Umsetzung von „Rot-Weiß-Rot-Bauen“.

Neues Vergaberecht erleichtert regionale Vergaben

Seit 1. März 2026 gilt das neue Bundesvergabegesetz. Laut Martin Schiefer bringt die Novelle deutliche Erleichterungen für öffentliche Auftraggeber. Höhere Schwellenwerte ermöglichen einfachere Direktvergaben und im Baubereich können Aufträge bis zu zwei Millionen Euro im nicht offenen Verfahren vergeben werden. Dadurch erhalten regionale und österreichische Unternehmen bessere Chancen auf öffentliche Bauaufträge.

Ein zentrales Ziel des neuen Leitfadens sei es, weg vom reinen Billigstbieterprinzip hin zum Bestbieterprinzip zu kommen. Dabei sollen nicht nur Errichtungskosten, sondern auch Lebenszykluskosten, Nachhaltigkeit und Qualität berücksichtigt werden. ESG-Kriterien – also ökologische, soziale und verantwortungsvolle Standards – spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Kleinere Lose statt Generalunternehmer

Der neue Leitfaden empfiehlt gewerksweise Vergaben und kleinere Lose, damit kleine und mittlere Unternehmen bessere Chancen erhalten. Große Generalunternehmer- oder Totalunternehmervergaben würden regionale Betriebe oft in die Rolle von Subunternehmen drängen oder ganz ausschließen.

Darüber hinaus sollen soziale Kriterien stärker berücksichtigt werden: Wie gehen Unternehmen mit ihren Mitarbeitern um? Werden Lehrlinge ausgebildet? Gibt es Engagement für Vereine, Feuerwehr oder regionale Strukturen? Laut Schiefer könne das Vergaberecht gezielt genutzt werden, um verantwortungsvolle Unternehmen zu stärken und Sozialbetrug einzudämmen.

Kostenloser Leitfaden und Webinare für Gemeinden und Auftraggeber

Gemeinsam mit den Bausozialpartnern will die Gewerkschaft Bau-Holz den neuen Vergabeleitfaden österreichweit verbreiten. Zusätzlich sind kostenlose Webinare geplant, um Gemeinden, Städte und öffentliche Auftraggeber bei der Umsetzung zu unterstützen. Der Leitfaden steht kostenlos zum Download bereit und soll praxisnahe Beispiele sowie rechtssichere Kriterien für Ausschreibungen liefern.

Faire Vergaben statt Billigstbieterprinzip

Für Josef Muchitsch ist klar: „Rot-Weiß-Rot-Vergaben“ sollen keine Theorie bleiben. Ziel sei ein fairer Wettbewerb mit gleichen Standards für alle Anbieter. Unternehmen, die hochwertige Arbeit leisten, Mitarbeiter fair behandeln und regional Wertschöpfung schaffen, sollen bessere Chancen auf öffentliche Aufträge erhalten.

Auch Themen wie Hitzeschutz am Bau oder nachhaltige Arbeitsbedingungen könnten künftig stärker als Qualitätskriterien in Ausschreibungen berücksichtigt werden. Damit werde das Vergaberecht zu einem wichtigen Instrument für faire Arbeitsbedingungen, regionale Wirtschaftskraft und nachhaltiges Bauen in Österreich