Die Impulsgeber und -geberin bei der Denkwerkstadt 2025 des Dachverbandes Stadtmarketing Austria: Wissenschaftsjournalist Ulrich Schnabel (li.) und die Philosophin Natalie Knapp
Die Impulsgeber und -geberin bei der Denkwerkstadt 2025 des Dachverbandes Stadtmarketing Austria: Wissenschaftsjournalist Ulrich Schnabel (li.) und die Philosophin Natalie Knapp
© Stama Austria

Zuversicht und Gestaltungskraft im Stadtmarketing

Zukunft entsteht durch Beziehung, nicht durch Verwaltung: Wie Stadtgestaltung in unsicheren Zeiten gelingen kann, war zentrales Thema der Denkwerkstadt 2025 des Dachverband Stadtmarketing Austria im Bregenzerwald

Städte müssen wieder Orte werden, an denen Menschen sich begegnen, zuhören und gemeinsam handeln können. Das war die zentrale Botschaft der heurigen Denkwerkstadt 2025 des Dachverband Stadtmarketing Austria, die Mitte Oktober rund 30 Stadtmarketing-Verantwortliche aus ganz Österreich im Bregenzerwald versammelte.
Unter dem Motto „Getting Things Done – Zuversicht als Gestaltungskraft“ rückte die Tagung eine Frage ins Zentrum, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie können Stadtgestalter:innen in Zeiten von Unsicherheit Orientierung und Zusammenhalt stiften?

Wandel entsteht durchs Tun

Die Philosophin Natalie Knapp und der Wissenschaftsjournalist Ulrich Schnabel (DIE ZEIT) lieferten dazu markante Denkanstöße: Knapp machte deutlich, dass Unsicherheit kein Störfall, sondern Voraussetzung für Entwicklung ist. Schnabel zeigte, dass Zuversicht kein Gefühl, sondern eine Haltung ist, die Menschen gerade dann handlungsfähig hält, wenn die Gewissheiten fehlen.

Ihr gemeinsames Fazit: Zukunft entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung. Städte, die Resonanz und Dialog ermöglichen, werden widerstandsfähiger. Sowohl sozial als auch kulturell.

Die Exkursionen der Denkwerkstadt führten diesen Gedanken in die Praxis:
Im Frauenmuseum Hittisau, in der Werkstatt des Tischlers Markus Faißt und im Gespräch mit Mellaus Bürgermeister Tobias Bischofberger wurde spürbar, wie gelebte Kooperation und Verantwortung das Gemeinsame stärken. Wandel gelingt dort, wo Menschen zusammen etwas umsetzen, statt auf Vorgaben von oben zu warten.

Drei zentrale Erkenntnisse der Denkwerkstadt 2025:

  • Unsicherheit produktiv nutzen. Übergänge zulassen, statt Stabilität zu simulieren.
  • Zuversicht zur Haltung machen. Handlungsfähigkeit entsteht im Tun, nicht im Grübeln.
  • Gemeinschaft stiften. Wirkung im Stadtmarketing entsteht über Beziehung, nicht über Maßnahmen allein.

„Die Denkwerkstadt hat wieder gezeigt, wie wertvoll fundierter Input und gemeinsames Weiterdenken unserer Arbeit sind. Stadtmarketing ist heute ein zentraler Akteur, wenn es darum geht, Gemeinschaften zu stiften und zu stärken. Aber nicht nur als Zusatzaufgabe, sondern als Kern seiner gesellschaftlichen Relevanz“, betont Michael Gsaller, Präsident des Dachverband Stadtmarketing Austria.