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Kranhersteller steigert Umsatz und schärft Portfolio

Der Kranhersteller Palfinger hat in den ersten drei Quartalen 2026 den Umsatz um 3,9 Prozent auf 1.616,7 Mio. Euro gesteigert. Das Geschäft mit Ladekranen erreichte ein Rekordniveau, Marine- und Windkrane sind weiter gefragt. Mit einem erweiterten Effizienzprogramm und einem klaren Fokus auf das Kerngeschäft bereitet sich das Unternehmen auf die kommenden Jahre vor.

Der Kranhersteller Palfinger ist in den ersten neun Monaten 2026 trotz eines schwierigen Marktumfelds gewachsen. Von Jänner bis September stieg der Umsatz auf 1.616,7 Mio. Euro, nach 1.533,6 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Plus von 3,9 Prozent. Auch die Belegschaft wuchs: Zum Stichtag beschäftigte das Unternehmen mit Sitz in Bergheim 12.315 Mitarbeitende, nach 12.051 ein Jahr zuvor.

Wachstumstreiber waren das Ladekrangeschäft, das ein Rekordniveau erreichte, sowie die Bereiche Marine, Wind und Kreuzfahrt. Gleichzeitig hat Palfinger im dritten Quartal mehrere strategische Schritte gesetzt: Das Effizienzprogramm wurde auf 50 Mio. Euro erweitert, das Portfolio auf das Kerngeschäft ausgerichtet und die russischen Aktivitäten rechtlich stärker abgegrenzt.

„Wir können geopolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nicht beeinflussen, unsere Entscheidungen jedoch sehr wohl. Deshalb haben wir im dritten Quartal unser Portfolio angepasst, unser Effizienzprogramm erweitert und unsere Organisation konsequent näher an die Märkte gebracht. Damit stärken wir die Resilienz von Palfinger“, sagt Andreas Klauser, CEO der Palfinger AG.

Operativ erzielte Palfinger ein EBITDA von 190,4 Mio. Euro und ein EBIT von 120,7 Mio. Euro (Vorjahr: 194,0 bzw. 128,2 Mio. Euro), die EBIT-Marge lag bei 7,5 Prozent. Das Konzernergebnis von minus 61,5 Mio. Euro ist auf einmalige Bewertungseffekte zurückzuführen: die Wertberichtigung russischer Vermögenswerte sowie den geplanten Verkauf des Tail & Passenger Lift Geschäfts. Die Wertberichtigung in Russland ist laut Unternehmen nicht zahlungswirksam und wirkt sich weder auf EBIT noch auf Cashflow aus. Die Vorjahreswerte wurden nach IFRS 5 angepasst und enthalten weder die russischen Aktivitäten (CIS) noch das Tail-Lift-Geschäft.

Ladekrane auf Rekordniveau

Das Geschäft mit Ladekranen erreichte in Nordamerika ein Rekordniveau und profitierte unter anderem von Investitionen in Rechenzentren. Der Nutzfahrzeugmarkt in der Region zeigte zudem erste Anzeichen einer Erholung. Im Marine-Bereich stieg die Nachfrage weiter, insbesondere bei Marine- und Windkranen sowie im Kreuzfahrtgeschäft. Auch das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern und Behörden entwickelte sich positiv.

In Lateinamerika entwickelte sich das Geschäft trotz schwächerer Marktbedingungen solide, Impulse kamen vor allem aus dem Bergbau. In Europa blieb die Nachfrage in den nord- und südeuropäischen Märkten stabil. Zurückhaltender zeigten sich Deutschland, der größte Absatzmarkt in der Region EMEA, wo Effekte aus dem deutschen Infrastrukturpaket noch nicht spürbar sind, sowie die USA mit einer weiterhin niedrigen Nachfrage in wesentlichen Produktbereichen.

Auftrag über 32 Mio. US-Dollar aus Nordamerika

Mit der unter dem Namen nextGPO (Global PALFINGER Organization) eingeführten Struktur tragen die Regionen mehr Ergebnisverantwortung, Entscheidungen fallen näher an den Märkten. Erste Ergebnisse sind laut Unternehmen bereits sichtbar: Im Oktober 2026 erhielt Palfinger von einem strategischen Kunden aus Nordamerika einen Auftrag über 32 Mio. US-Dollar. Er umfasst Mitnahmestapler und einen Servicevertrag, die Auslieferung ist über die kommenden zwölf Monate geplant.

Effizienzprogramm auf 50 Mio. Euro erweitert

Das im ersten Halbjahr angekündigte Effizienzprogramm wird ausgeweitet. Es umfasst die Vereinfachung von Strukturen, die Optimierung des globalen Produktions- und Beschaffungsnetzwerks, mehr Automatisierung sowie den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bis 2028 sollen damit Einsparungen von 50 Mio. Euro erreicht werden, 25 Mio. Euro davon bereits ab 2027. Ziel ist eine stabile Kostenbasis trotz Inflation und weiterem Wachstum sowie eine höhere Profitabilität.

Kranhersteller konzentriert sich auf das Kerngeschäft

Palfinger hat einen bindenden Vorvertrag über den möglichen Verkauf des Tail & Passenger Lift Geschäfts an einen strategischen Investor unterzeichnet. Kapital und Managementressourcen sollen damit auf das Kerngeschäft mit Kran- und Hebelösungen konzentriert werden. Die Transaktion steht noch unter Closing-Bedingungen und muss vom deutschen Bundeskartellamt genehmigt werden. Der Abschluss wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die rechtliche Abgrenzung seiner russischen Aktivitäten voran, um Risiken zu verringern. Die damit verbundene Neubewertung führt zu einer einmaligen Wertberichtigung von rund 135 Mio. Euro. Eigentümer der russischen Einheiten bleibt Palfinger.

Profitabilitätsziele für 2030 bestätigt

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Palfinger einen Umsatz leicht über dem Vorjahreswert, das EBIT soll leicht darunter liegen. Da die Abschreibungen auf die russischen Aktivitäten und das Tail-Lift-Geschäft den Cashflow nicht berühren, wird der Vorstand dem Aufsichtsrat einen Dividendenvorschlag unterbreiten.

Die langfristigen Profitabilitätsziele bleiben unverändert: Bis 2030 strebt Palfinger eine EBIT-Marge von 12 Prozent und einen ROCE von 15 Prozent an. Das Umsatzziel für 2030 bereinigt das Unternehmen auf 2,8 Mrd. Euro. Die Fokussierung des Portfolios und die geringeren Risiken sollen laut Unternehmen die Grundlage für ein robusteres Geschäftsmodell schaffen.